Samstag, 21. November 2015

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Orthopädische Greifschienen


Projekt: Handschienen / Greifschienen

Mit Besteck essen, einen Stift halten, sich selbst anziehen - Tätigkeiten die jedem im alltäglichen Leben begegnen und mit Leichtigkeit umgesetzt werden. Automatisierte Abläufe, über die man sich kaum Gedanken macht. Für manche Menschen stellen gerade diese Kleinigkeiten die größten Herausforderungen dar. Sind die Hände / Füße deformiert, verkrampft bzw. von Spastizität betroffen, wird vieles zur Qual.
Auch einige Kinder in Centre Wikwiheba Mwana sind von Deformitäten an Händen / Füßen betroffen. Zurzeit sammelt InGeAr e. V. deshalb über eine Crowdfunding-Aktion Spendengelder um drei der Kinder durch einen Orthopädiemechaniker Scheinen anpassen zu lassen und den ersten Versuch zu starten. Bei zwei weiteren Kindern sind in nächster Zeit Schienen zur Prävention geplant.
Mugisha
  
 Furaha (14), Pascal (12) und Mugisha (6) benötigen diese Greifschienen sehr dringend. Alle drei sind sehr aktive Kinder, besuchen den Schulunterricht und versuchen im Alltag so unabhängig wie möglich zu sein. Sie stellen sich ihren Herausforderungen, sehen aber immer wieder an anderen Kindern wie es leichter ginge. Zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, Malen oder Mitschreiben in der Schule.
Umso wichtiger ist es jetzt, in jungen Jahren, die Aktivitäten und Versuche best möglich zu fördern, um durch die Schienen Beweglichkeit herzustellen und die Muskeln zu kräftigen. Geschicklichkeit und Koordination beider Hände werden gefördert und mehr Selbständigkeit erreicht.

Pascal


Furaha
Über eine Crowdfundiung-Aktion konnten wir den benötigten Betrag schell zusammenbekommen! Danke an alle Spender!

Freitag, 3. Juli 2015

Francois´ neue Füße


Im Sommer 2011 hat Ingear für Francois Oberschenkelprothesen besorgt. Francois hatte seit Geburt schwere Deformitäten an beiden Beinen und Händen, weshalb sich die Ärzte in seiner Kindheit dazu entschlossen hatten die Beine am Oberschenkel zu amputieren und ihn mit Prothesen zu versorgen. Das klappte auch ganz wunderbar!


Francois 2011 beim Sitballspielen
2011 war Francois 18 Jahre alt, die Prothesen seiner Kindheit natürlich viel zu klein. Seine Familie wohnt in den Hügeln Ruandas - ohne Beine und Rollstuhl keine Chance eine Schule zu erreichen. Mit 18 Jahren kam er dann ins Centre Wikwiheba Mwana, bekam einen Rollstuhl, ging zur Schule - in die 2. Klasse, denn nur bis zu seinem 7. Lebensjahr hatten die Prothesen gepasst. Danach war kein Schulbesuch mehr möglich.  
Im Rahmen unseres "Prothesenprojektes" wurden einige Kinder mit Prothesen versorgt, so auch Francois und er war überglücklich - endlich wieder Beine!











Prothesen im April 2015
Als ich nun im April wieder in Ruanda war, habe ich auch Francois getroffen. Er wohnt mittlerweile wieder bei seiner Familie, geht in die 6. Klasse und für ein kurzes Gespräch reicht sein English heute aus - unvorstellbar vor 4 Jahren! Francois spielt in einer Sitball-Auswahlmannschaft und verdient so sein eigenes Geld.

Leider waren seine Prothesen sehr mitgenommen, es war schwierig für ihn darauf zu laufen. Aber alles ist besser für Francois als Rollstuhl oder auf dem Boden sitzen.
Die reparierten Prothesen

Da ich etwas Geld vom Pfarrgemeinderat Zeilarn dabei hatte, war die Entscheidung nicht schwer. Dieses Geld war sehr gut in einer Reparatur der Prothesen investiert!

Und heute das Ergebnis - Francois hat neue Füße!


Montag, 27. April 2015

Turi kumwe - we are together

Liebe Alle,
seit ein paar Tagen bin ich zurück von meiner Reise aus Ruanda. Drei Wochen habe ich dort verbracht und es hat sich ein bisschen wie nach Hause kommen angefühlt.
Schon das Aussteigen aus dem Flugzeug am Freitagabend und die ersten Atemzüge ruandische Luft brachten viele Erinnerungen und Erwartungen.
So habe ich das erste Wochenende in der Hauptstadt Kigali verbracht und danach ging es nach Ngarama, wo ich von September 2010 bis September 2011 in WIKWIHEBA MWANA handicapped children center einen Freiwilligendienst gemacht hatte.


Mugisha, ein  sechsjähriger Junge mit
Entwicklungsverzögerung im Zentrum
Bereits in den ersten Tagen in Kigali und bei der Busfahrt nach Ngarama sind mir so viele Veränderungen aufgefallen. Zum Beispiel fahren nach Ngarama jetzt große Busse, die in viel kürzerer Zeit und viel bequemer ans Ziel bringen. Die Straßen sind gesäumt von Straßenlaternen, mehrstöckige Gebäude kann man jetzt auch in kleineren Orten sehen. Nicht geändert hatte sich, dass mein Reisen mit zwei riesigen Gepäckstücken so manche Verwunderung auslöste. Der Busfahrer scherzte, dass er sich auch mal so große Koffer kaufen würde, um sie mit Heu zu füllen und durchs Land zu fahren. Denn soviele Sachen, um die Taschen tatsächlich zu füllen hätte er gar nicht. Der ganze Bus lachte, inklusive mir, muss wirklich seltsam ausgesehen haben.
Allerdings waren die meisten Dinge nicht für mich, sondern von lieben Menschen aus der Pfarrgemeinde Zeilarn, die mir Geld zur Verfügung gestellt hatten, damit ich etwas für die Kinder kaufen konnte. Ein Seesack voller Windeln ist gar nicht so einfach in einem vollbesetzten Bus zu verstauen!

das Freiwilligenhaus in Ngarama - es könnte auch dein Zuhause
sein, wenn du einen Freiwilligendienst mit Ingear machst!
Endlich in Ngarama angekommen, ging es zunächst ins Freiwilligenhaus, wo ich auch 2010/2011 gelebt hatte und jetzt immer noch die weltwärts-Freiwilligen leben und es zwei freie Zimmer gibt – die auch Freiwilligen von INGEAR zur Verfügung gestellt werden! Ich wurde von den derzeitigen Freiwilligen herzlich empfangen und nach Abladen des Gepäcks ging es auf den kurzen Fußweg zum Zentrum. Ich war so aufgeregt und es war wunderschön diesen Weg nach so langer Zeit wieder zu gehen.

Blick auf Ngarama von Wikwiheba Mwana handicapped children center aus

Im Zentrum erwarteten mich Willkommensplakate und die Kinder, die mit den Betreuer_innen zusammengekommen waren um mich zu begrüßen. Die Kinder hatten eigens für mich ein kleines Lied einstudiert und ich habe mich riesig gefreut. Danach konnte ich die Kinder und Betreuer_innen begrüßen. Einige Gesichter kannte ich noch: Shimiye, Furaha, Sandrine, Clement, Gikobwa, Dolorcas und Thierry. Leider waren von den Betreuerinnen nur noch zwei da die ich kannte, Anathalie und Amahoro. 

Paccy und Shimiye beim Quatsch machen
Doch auch die übrigen Kinder und Jugendlichen begrüßten mich freudig. Da alle schon hungrig waren, wurde das Abendessen ausgeteilt und auch ich war ganz froh, dass es für mich etwas zu Essen gab. Mit Mediatrice, der Leiterin des Zentrum, der Familie von Mediatrice, Sarah, der Freiwilligen im Projekt und James, dem neuen Physiotherapeuten, saß ich gemütlich zusammen und ich freute mich wie ein kleines Kind über frittierte Kochbananen, Bohnen und Reis. Nach langen Geprächen war ich froh, als endlich der Rückweg ins Freiwilligenhaus anstand, da der Tag sehr lange und anstrengend gewesen war.

am zweiten Tag mit (v.l): Mana, Mugabo, Sandrine, Paccy, Shimye, Irissa, Nepo


Am zweiten und dritten Tag beschäftigte ich mich abwechselnd mit den Kindern und führte wieder lange Gespräche mit Mediatrice zur Situation des Zentrum, zu Zukunftsplänen, was in der Zusammenarbeit mit Ingear verbessert werden kann usw.
Vereinbart wurde beispielsweise eine Fortbildung für die Betreuer_innen, da niemand eine Ausbildung im sonderpädagogischen Bereich hat und das Verständnis für die Behinderungen der Kinder und deren besondere Bedürfnisse oft fehlen.



Auch haben wir versucht eine bessere Inkontinenzversorgung für einen jungen Mann mit einer Lähmung unterhalb des Bauches zu finden, was noch nicht ganz geklappt hat, aber die Situation schon einmal erleichtert.
Die Finanzierung von Reparaturen im Zentrum wurden besprochen und noch vieles andere.


kaputter Boden im Hof
zerbrochene Fensterscheiben in einem der
Schlafräume


















In den nächsten Tagen werde ich noch Bilder von einem Ausflug mit den Kindern zeigen, sowie die vielen andrern schönen Seiten von Ruanda, die ich auf meiner dreiwöchigen Reise außerhalb Ngaramas gesehen habe!






Turi kumwe - wir sind in Gedanken zusammen, man sieht sich

Freitag, 6. März 2015

Die beste Bildung findet ein Mensch auf Reisen

Goethe schrieb dies in Wilhelm Meisters Lehrjahre. In meinem Jahr in Ruanda 2010/2011 habe ich so viel gelernt wie in keinem Abschnitt meines Studiums, Schule oder Ausbildung.
Seit einem Jahr gibt es die Möglichkeit mit INGEAR ins Centre WIKWIHEBA MWANA zu gehen und auch wundervolle Erfahrungen zu machen, die einen das ganze Leben lang begleiten werden.

Fast vier Jahre war ich selbst nicht in Ruanda. In zwei Wochen fliege ich endlich zurück und die Vorfreude steigt mit jedem Tag!

Der folgende Link führt zu einem Video über das Zentrum, gedreht im Dezember 2014. Es ist schön zu sehen, was sich auch mit der Hilfe INGEARs in den letzten Jahren getan hat! 
Ein kleiner Einblick für alle, die gerne ein paar Monate in WIKWIHEBA MWANA verbringen möchten oder auch für diejenigen, die uns geholfen haben das Zentrum zu unterstützen, es hat sich gelohnt!

https://www.youtube.com/watch?v=yB8L0TwP_bE

Bis bald mit aktuellen News - direkt aus Ruanda!!!