Donnerstag, 14. Juli 2016

Filmnachmittag

Wiriwe aus Ngarama!

Ich bin es mal wieder. Diesmal ist nicht so viel Zeit vergangen. In der letzten Woche, war vor allem der Filmnachmittag bei den Kindern sehr angesagt. Bei manchen Kindern war das Beste wahrscheinlich gar nicht der Film, sondern der Lolly den es dazu gab. Hanna und ich kamen mit den vielen Feiertagen etwas durcheinander, so mussten wir an zwei Tagen einen Film anschauen, da am ersten Tag die Hälfte der Kinder in der Schule waren. Sehr zum Freude der Kinder, da es dann auch an beiden Tagen einen Lolly gab. Egal ob groß oder klein jeder wollte einen haben. Der Film Madagascar wurde dann doch noch mit Begeisterung angeschaut. Es war ein schöner Nachmittag (bzw. zwei Nachmittage), an denen auch die Mitarbeiterinnen gerne aktiv teilnahmen.






zwei "Mamas" beim Film anschauen mit Alice


der Lolly wird von Mahirwe mit aller Macht verteidigt;
komm mir ja nicht zu nahe



Die Steckbriefe von jedem einzelnen Kind sind jetzt auch fertig und hängen an der Wand. Jedes Kind hat einen individuellen Steckbrief, mit einem Foto, einem Fuß- oder Handabdruck oder einer Blume. Je nach Alter und Beeinträchtigung sind Informationen enthalten, wie Name, Alter, Ankunft im Zentrum, Lieblingsessen und Lieblingsbeschäftigung, sowohl in Englisch als auch in Kinyarwanda. Nun kann sich jeder eine Übersicht über alle Kinder im Zentrum verschaffen.



  



Pascals Steckbrief



Die Spielzeuge für die Kleinkinder sind nun auch endlich fertig. Das in Deutschland typische Spiel wurde so gut es ging nachgebaut und ist fleißig in Betrieb. Es können sehr viele Kinder damit spielen und bietet etwas Abwechslung. Von den ganz kleinen Kindern können nur sehr wenige sitzen, was bei diesem Spiel nicht schlimm ist und dadurch von sehr vielen genutzt werden kann. Egal ob mit den Füßen oder Händen es macht sehr viel Spaß und wird sehr gut von den Kindern angenommen.




Alice probiert das neue Spielzeug aus






Gestern haben Hanna und ich eine Art Workshop für die Arbeiterinnen gemacht. Wir haben ihnen alle Spiele (Puzzle, Memorie, Halli Galli, usw.) gezeigt und erklärt. Unser Physiotherapist James hat uns geholfen, indem er übersetzt hat. Viele Mütter (Arbeiterinnen) kennen die Spiele nicht und trauen sich daher nicht sie zu benutzen. Zum Beispiel hat noch keine von ihnen ein Puzzle gemacht. Sie waren sehr interessiert und wollten auch gleich alles selbst ausprobieren. Wir versuchen sie in der nächsten Zeit etwas einzubinden, damit sie nicht Vergessen, wie die Spiele funktionieren und sie nach unserer Zeit im Zentrum auch noch benutzen. Wir erklärten ihnen auch, welche Spiele für welche Kinder geeignet sind. Das Ziel ist, dass die Kinder mit Spaß etwas lernen, dabei ist die richtige Hilfestellung und natürlich viel Lob sehr wichtig.




Gruppenbild mit den Mitarbeitern und Mama Kiki


ein bisschen Spaß muss sein



Der Lehrer im Zentrum besucht zur Zeit am Wochenende einen Lehrgang an der Universität in Kigali zum Thema: Kinder mit Beeinträchtigung. Es wird von der Jumelage (Partnerschaftsverein Rheinland - Pfalz/Ruanda) finanziert. Es war zuerst nicht sicher, ob er die Fortbildung auch wirklich machen kann, da es zunächst so aussah, dass seine Qualifikationen zu schlecht seien. Allerdings darf er sie jetzt doch machen, was uns alle, vor allem aber ihn selbst, sehr freut. Er ist sehr stolz und wird den Lehrgang mit einem Diplom abschließen. Es ist sehr gut jemanden im Zentrum zu haben, der eine Qualifikation im Bereich Beeinträchtigungen hat.



der Lehrer mit Sandrine und Silidiyo



Um ein bisschen Abwechslung in den Alltag zu bringen, haben Hanna und ich uns überlegt mit den Kindern einen Barfußpfad zu machen. Es machte allen rießigen Spaß und sogar die "Mamas", der Physiotherapeut und der Lehrer machten mit. Wir hatten fünf Boxen gefüllt mit Maisblättern, Gras, Sand, Steinen und Styropor. Alle machten so gut sie konnten mit. Die Kinder die nicht laufen können, fühlten mit ihren Händen nach den Gegenständen. Es wa ei gelungener Nachittag.



Felix probiert den Barfußpfad mit Hilfe des Physiotherapeuten



Kazungu fühlt lieber mit den Händen


jeder muss mal, auch eine "Mama" am ersten Arbeitstag


Sandrine braucht eine Pause



Mama Kiki hat von Spendengeldern neue Kleidung für die Kleinkinder gekauft, welche wir heute auspacken durften. Hanna und ich fühlten uns ein bisschen wie an Weihnachten. Auch die dringend benötigten zusätzlichen Stoffwindeln wurden besorgt. Ich bin schon gespannt die Kinder in den neuen Anziehsachen zu sehen (Bilder folgen).



Mama Kiki beim Auspacken der neuen Kleidung



Ansonsten läuft unser Tag meistens ganz normal ab. Wir hören oft Musik und malen sehr viel. In den nächsten Tagen wollen wir Wassermalfarben benutzen und wieder etwas tanzen. Das sind auch die beliebtesten Sachen bei den Kindern. Es gibt nichts schöneres wie gute Musik (z.B "Sorry" von Justin Bieber) und ganz viel Farbe, die leider nicht immer auf dem Papier landet. Heute sind die neuen Trommeln gekommen. Von Spendengeldern, haben wir eine große und eine kleine Trommel gekauft. Nicht nur die Kinder sondern auch die Mütter lieben Musik und wir hoffen, dass sie in Zukunft häufig genutzt werden.



Gitifu, ich und Hanna




Sandrine und ich, im Hintergrund Yvonne;
man muss sich immer hübsch machen




Spielen ist sehr anstrengend

Jetzt ist mein Aufenthalt im Zentrum auch schon wieder fast vorbei. Ich freu mich noch auf meine letzten Tage und genieße die Zeit mit den Kindern!

Bis bald

eure Lena





Dienstag, 5. Juli 2016

Sommerfest

Wiriwe aus Ngarama!

Seit meinem letzen Eintrag ist ein bisschen Zeit vergangen und ist viel passiert!

Hanna und ich waren in Kigali "shoppen", natürlich nicht für uns. Wir haben neue Spielsachen gekauft, Windeln für die Kleinkinder, Bücher in Kinyarwanda zum lesen lernen und Schulbücher als Arbeitsmaterial für den Lehrer. Außerdem versuchen wir derzeit noch ein Trampolin zu organisiern, was sich allerdings als nicht so leicht herausgestellt hat. Die neuen Spielsachen, sind fleißig in Betrieb! Vor allem die Spielzeugautos, sie machen auch noch Musik, sind sehr beliebt. Aber auch die Bücher in Kinyarwanda kommen sehr gut an. Pascal und Yvonne üben fleißig lesen. Die neuen Lernutensilien für die Schule sind ebenfalls häufig in Gebrauch. Nun kann der Lehrer auch mit den Kindern, denen es nicht möglich ist in die Schule zu gehen, Unterricht machen. Dabei hilft auch die neue Tafel. Früher gab es nur viele kleine Tafeln, die lose herumlagen und leicht von den Kindern kaputt gemacht wurden. Nun ist im Klassenzimmer eine neue, schöne und große Tafel, auf der ein vernünftiger Unterricht möglich ist, vorhanden.
 


Nepo, Eric, Mahirwe, Gasalo und Angie spielen
mit den neuen Sache
n



Eric und Mahirwe



Ein Highlight der vergangenen Wochen, war auf alle Fälle der Besuch von Haguruka! Haguruka ist eine Organisation, die sich für die Rechte von Frauen und Kindern einsetzt. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Schulen zusammen, unter anderem auch mit der Secondary School in Ngarama. Zusammen mit einer Gruppe von Schülern und einem Vertreter von Hagurka wurde das Zentrum besucht. Zu diesem Anlass wurde alles im Zentrum geputzt und schön hergerichtet. Die Schüler sangen Lieder und tanzten dazu. Einige Kinder fühlten sich inspiriert und ließen sich ebenfalls zum tanzen anstecken. Außerdem wurde ein kurzes Theaterstück und ein Gedicht zum Thema Kinder mit Beeinträchtigung vorgetragen. Es war ein sehr schöner Tag für alle. Interessant zu beobachten war, wie die Schüler zunächst sehr viel Respekt vor den Kindern im Zentrum hatten, zunehmend aber die anfängliche Scheu abgelegt haben. Fast alle wollten nach der Aufführung Fotos machen, das Zentrum wurde noch besichtigt und es wurde Fußball gespielt. Es war ein abwechslungsreicher und gelungener Nachmittag.





Aufführung der Schüler von der Secondary School


Schüler der Secondary School beim singen





Hanna zusammen mit Gasalo, Mahirwe, einer Mitarbeiterin
und Schülern aus der Secondary





In Ruanda sind beeinträchtigte Kinder noch immer ein problematisches Thema. Vor allem am Land, ist die Aufklärung darüber, woher die Beeinträchtigungen kommen noch nicht sehr verbreitet. Der Alltag mit diesen Kindern, gestaltet sich für die Familien schwierig, da sie auch oft die Abweisung und Ausgrenzung der Gemeinde zu spüren bekommen. Daher kommt es auch häufig vor, dass Eltern ihre Kinder im Zentrum abgeben und eine falsche Adresse hinterlassen, bzw. ihre Telfonnummern wechseln. Auch werden immer wieder Kinder ausgesetzt. So wurden zum Beispiel Angie und Eric auf einer Toilette gefunden. Es macht einen oftmals wütend und traurig zu gleich, denn das Zentrum bietet auf keinen Fall einen Ersatz für die Eltern. Die Arbeiterinnen wechseln häufig, haben keine Ausbildung und es gibt viel zu viel Arbeit, wodurch die Kinder oft die so dringend benötigte Bezugsperson nicht haben. Trotzdem sind die Arbeiterinnen immer bemüht den Anforderungen der Kinder gerecht zu werden.


Rusiya mit ihrer "Mama" (Mitarbeiterin)


Eric beim malen



Danach hatten wir noch einmal Besuch. Der Onkel von Hanna (Freiwillige im Projekt) und seine Freundin machten für zwei Wochen in Ruanda Urlaub und wollten sich natürlich auch das Zentrum anschauen. Sie wurden sofort ganz herzlich von den Kindern begrüßt. Wir verbrachten zusammen einen Nachmittag, mit spielen und malen. Ich glaube der Besuch und die Kinder haben bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Im Anschluss darauf, waren Hanna und ich einige Tage nicht im Zentrum. Wir sahen uns alle zusammen einen Teil von Ruanda an.


Pascal und Hanna



Wieder zurück hatten wir jede Menge mit der Vorbereitung für das Sommerfest zu tun. Wir mussten die Steckbriefe der Kinder fertigstellen, Plakate mussten gemalt und die Diashow vorbereitet werden. Wir haben zum Glück noch alles rechtzeitig geschafft. Typisch ruandisch hat das Fest zu spät angefangen. Damit hatten wir allerdings schon gerechnet. Was Hanna und mich sehr gefreut hat war, dass sogar einige Eltern zu Besuch waren. Allerdings gab es auch bei zwei Kindern, Pascal und Gitifu, bittere Tränen, weil ihre Eltern kurzfristig nicht kommen konnten. Auch die Schüler der Secondary School aus Ngarama kamen vorbei und gestalteten zusammen mit den Kindern aus dem Zentrum das Eröffnungslied und den Eröffnungstanz. Gitifu begleitete das Lied rhythmisch mit der Trommel und war sehr Stolz auf die Anerkennung und die Aufmerksamkeit, die ihr geschenkt wurde. Im Anschluss an das Singen und Tanzen, wurde ein Theaterstück von den Schülern zusammen mit unserem Physiotherapeuten, dem Lehrer und den Kindern aus dem Zentrum vorgeführt. Darauf folgte ein Vortrag der Jumelage (Patnerschaftsverein Rheinland-Pfalz Ruanda) zum Thema Inklusion für die Eltern. Abschließend wurde die Diashow gezeigt. Sie umfasste Bilder von Hannas kompletten Jahr und meiner bisherigen Zeit im Zentrum. Es gab viele lustige Bilder anzusehen!
Beendet wurde das Fest mit Essen und Limo. Auch die Kinder bekamen zur Feier des Tages Fleisch und eine Soda, was nicht besonders oft vorkommt. Das Fest war nach Hannas und meiner Meinung ein voller Erfolg und konnte nur Dank einer Spende der Pfadfindergruppe von Hanna finanziert werden.




Eröffnungslied





In den darauffolgenden Tagen kehrte wieder Alltag in das Zentrum ein. In der nächsten Zeit haben wir einen Filmnachmittag und einen Spielenachmittag geplant. Hanna und ich haben in Kigali den Film Madagascar gekauft, auf den die Kinder schon die ganze Zeit sehnsüchtig warten. Am Spielenachmittag wollen wir ein Hörmemorie mit Tieren, eine Station bei der sie Alltagsgegenstände erfühlen sollen und einen Barfußpfad anbieten. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Spiele bei den Kindern ankommen.




Sandrine mit dem Ball



Liebe Grüße aus dem sonnigen Ruanda und bis bald

eure Lena