Samstag, 24. November 2012

Update aus Ngarama


Seit ziemlich langer Zeit ist der INGEAR-Ruanda-Blog verweist, was nicht heißt, dass es nichts Neues gab in den letzten Monaten!
Ich versuche einige Dinge aus den letzten Monaten kurz zu zeigen und in Zukunft wird es wieder regelmäßiger Blogeinträge geben:

April:
Die Physiotherapeutin Sauda aus dem Krankenhaus Ngarama wird Clementine vertreten und stundenweise am Wochenende die Kinder behandeln, während der Woche übernehmen die Therapien weiterhin die Betreuerinnen und die weltwärts-Freiwillige Antonia. 
Physiotherapeutin Sauda im Therapieraum

Juni:
Am 16. Juni wird seit 1991 in mehreren afrikanischen Ländern der „Day of the African Child“ begangen, initiiert von der Afrikanischen Union. 


Janviere zeigt den Besuchern eine Therapieeinheit 
Mediatrice zusammen mit Atanase,
ein langjähriges Vorstandsmitglied bei WIKWIHEBA MWANA















Der Tag erinnert an tausende Jugendliche und Kinder in Südafrika, die 1976 auf die Straße gingen, um gegen die schlechte Bildung zu protestieren und für das Recht, in ihrer eigenen Sprache unterrichtet zu werden. 








In diesem Jahr stand der Gedenktag unter dem Motto „The right of children with disabilities: the duty to protect, respect, promote and fulfill“ – „Das Recht der Kinder mit Behinderung: die Pflicht es zu beschützen, zu respektieren, voranzubringen und zu verwirklichen“. Aus diesem Grund trafen sich viele Vertreter der lokalen Regierung im WIKWIHEBA MWANA handicapped children center, um die Bevölkerung über die Aktivitäten im Zentrum zu informieren und über die Thematik öffentlich zu diskutieren.
Mediatrice nimmt die neuen Matratzen entgegen, die
dem Zentrum von der Gemeinde geschenkt werden
August:
Nach einem Jahr Freiwilligendienst fliegt Antonia leider wieder zurück nach Deutschland. WIKWIHEBA MWANA begrüßt die neue und letzte GIZ-Freiwillige Alina. Die GIZ wird ab dem Jahr 2013 keine weltwärts-Freiwilligen mehr entsenden, allerdings ist die Übernahme des Platzes im Zentrum in Ngarama durch eine andere Organisation in Planung.
die neue weltwärts-Freiwillige Alina mit Furaha auf der Wiese
vor dem Zentrum
Antonia zusammen mit Clement
im Aufenthaltsraum
















September:



Mittlerweile haben die drei Kühe im Zentrum Kälber bekommen, d.h. es steht dem Zentrum sehr viel Milch zur Verfügung. Da die Milch nicht vollständig verbraucht werden kann, soll sie gewinnbringend verkauft werden. Aus dem Verkauf des Kunsthandwerkes aus dem Zentrum in Deutschland und Spendengeldern kann im Dorfzentrum ein kleiner Laden eröffnet werden, eine Alimentation, in der unter anderem die übrige Milch angeboten wird.



Die Alimentation mit "amata meza" (frische Milch)




Die Bauarbeiten neigen sich auch im Außenbereich dem Ende zu. Die Begrenzung des gesamten Grundstückes ist abgeschlossen, alle Wege sind rollstuhlgerecht betoniert, vor dem Zentrum entsteht eine Rasenfläche zum Spielen.




Zentrum mit dem Hauptgebäude rechts in gelb, links Schlafräume,
dahinter Küche und Wachplatz
Oktober:



Bei einer Infoveranstaltung in Kigali präsentieren einige weltwärts-Freiwillige zusammen mit den Tutoren der jeweiligen Projekte ihre Zusammenarbeit und ihre Aktivitäten. Mediatrice ist mit Alina auch dabei und vertritt WIKWIHEBA MWANA.
Mediatrice auf der Infoveranstaltung

Alina hat mittlerweile ihren Platz im Zentrum gefunden. Vormittags beschäftigt sie sich viel mit den kleineren Kindern, nachmittags spielt und übt sie mit den Kindern, die mittags aus der Schule zurückkommen. Der Schulbesuch ist wichtiger Bestandteil der Betreuung

eine Gruppe der älteren Kinder auf dem Weg zur Schule
im Vorhof 
Bereits fünf Kinder aus dem Zentrum werden im nächsten Jahr die secondary school besuchen (das Schulsystem in Ruanda ist aufgebaut in sechsjähriger Pflichtbeschulung = primary school, danach kann nach Bestehen einer nationalen Prüfung die secondary school besucht werden, die auch sechs Jahre dauert. Wird die nationale Abschlussprüfung bestanden, so ist man berechtigt an einer Universität zu studieren, also vergleichbar mit dem deutschen Abitur).

Eine ruandische Organisation unterstützte das Zentrum mit der Finanzierung drei große Tanks zur Speicherung des Regenwassers. Im Oktober wurden die letzten beiden Tanks sowie die Regenrinnen an allen Gebäuden installiert. Das Krankenhaus Ngarama stellt Tabletten zur Wasseraufbereitung zur Verfügung, so dass das Wasser auch als Trinkwasser verwendet werden kann.





November:


Nyeretse in Behandlung bei Patrick
Mediatrice hat beschlossen, einen Physiotherapeuten einzustellen und hat sich für Patrick entschieden. Patrick hat selbst eine leichte Gehbehinderung und wurde in Gatagara ausgebildet, einem Zentrum in Ruanda, das behinderte Menschen begleitet, von der orthopädischen Operation und Nachbehandlung bis hin zur Erlernung eines Berufs, der mit dem Handicap ausgeübt werden kann. (http://www.gatagara.org/)




Patrick mit Nezerwa bei Gehübungen
Patrick (li) mit Mulisa (mitte) und Sylvére (re)



Sonntag, 19. Februar 2012

Es lebe der Sport!

In den letzten Wochen stand bei WIKWIHEBA MWANA vieles im Zeichen des Sports, genauer des Sitballs. Sitball ähnelt dem Volleyball, nur dass die Spieler dabei auf dem Boden sitzen – also auch geeignet für Menschen mit Einschränkungen an den Beinen.

Schon im Dezember hatte das NPC Rwanda – national paralympic committee of Rwanda, zu einem Turnier geladen und auch aus Ngarama war ein Team mit dabei bei den Wettkämpfen in Kigali. Aus dem Zentrum war Francois dabei und auch Ismail, der nicht im Zentrum wohnt, aber genauso wie Francois aus dem INGEAR Prothesenprojekt neue Prothesen bzw. Orthesen bekommen hatte.
Leider waren sie nicht sehr erfolgreich – aber es war bestimmt ein schöner Tag für die Sportler.



Die Mannschaft aus Ngarama beim Turnier in Kigali


 Ein paar Wochen später hatte Ngarama die große Ehre das NPC bei sich im Dorf begrüßen zu dürfen. Zusammen mit der Sitball-Nationalmannschaft kamen die Verantwortlichen nach Ngarama. Das Spiel gegen die Mannschaft aus Ngarama zog viele Zuschauer an und war eine gute Werbung für den Behindertensport.







Auch im Zentrum war das NPC anschließend zu Besuch und Médiatrice zeigte die neuen Räumlichkeiten. Der Besuch war wirklich etwas Besonderes und für die Leiterin des Zentrums eine Bestätigung ihrer guten Arbeit.

 Besucher des NPC bei der Besichtigung

Neue Therapiegeräte

Letzte Woche wurden neue Therapiegeräte geliefert, mit denen die Kleinsten das Stehen trainieren können. Leider kann die Physiotherapeutin Clementine nicht mehr jedes Wochenende zu den Behandlungen kommen, da es für sie zeitlich einfach nicht möglich ist. Aber in regelmäßigen Abständen wird sie in Ngarama sein, um zu sehen, ob die beiden Betreuerinnen, die sie und ich angelernt haben gut zurecht kommen. Auch den Gebrauch der neuen Stehständer wird sie ihnen erklären.




 Aus dem Orthesenprojekt

Wie bereits beim letzten Mal erwähnt, hat Yvette den ersten Teil ihrer Operationen überstanden, heute gibt’s auch ein Bild dazu:


Zurzeit ist sie wieder in Rilima, wo das zweite Knie operiert wird. Es geht ihr sehr gut und da ich selber auch einige Male in Rilima war kann ich sagen, dass die Kinder in dieser von einer italienischen Hilfsorganisation aufgebauten orthopädisch-pädiatrischen Einrichtung sehr gut von Ordensschwestern aus Rwanda und dem Kongo betreut werden und es dort ein fröhliches Miteinander von eingegipsten, hüpfenden, auf Stützen laufenden, rollstuhlfahrenden Kindern gibt!