Dienstag, 18. April 2017

10 Jahre Wikwiheba Mwana! - Rück- und Ausblicke

Anlässlich des 10.Geburtstages von Wikwiheba Mwana beschloss ich, diesen Blogeintrag dem Wikwiheba Mwana Zentrum zu widmen. Der Einsatz des Zentrums verdient auf jeden Fall höchste Aufmerksamkeit und Anerkennung.

"Wikwiheba Mwana" - übersetzt "Kind sei nicht hoffnungslos" - ist ein Zentrum für körperlich und geistig behinderte Kinder, das sich in dem Ort Ngarama (Gatsibo District, Eastern Province) in Ruanda befindet.

So sieht das Zentrum heute aus

Die Idee, ein solches Zentrum zu gründen, kam von einer Mutter, die drei geistig behinderte Kinder hatte und noch mehrere bedürftige Kinder um sich herum sah. Sie bemerkte die Belastung, die diese Kinder für ihre Familie bedeuteten sowie die oft ungenügende Pflege der Eltern den Kindern gegenüber. Sie wusste, dass es viele solcher Fälle gab und die Kinder und ihre Familie Hilfe benötigten.

2007 wurde Wikwiheba Mwana gegründet. Dieses wurde als boarding Zentrum für geistig und körperlich behinderten Kinder errichtet, die im Zentrum zwei bis drei Monaten bleiben und danach in ihre Familie zurückkommen. Inzwischen haben bereits 95 Kinder dieses Programm durchlaufen. Zudem half das Zentrum den vom Genozid betroffenen Kindern.

Am 17. November  2016 trat ein neues Gesetz in Kraft, das die Rückkehr der Kinder in die Familien sowie die Anschaffung oder zumindest die Minderung der Anzahl solcher Zentren forderte. Auch Wikwiheba Mwana wurde von dieser Regelung nicht verschont und im November des letzten Jahres durch vier Vertreter der Regierung besucht. Zunächst wurde gefordert, aus Wikwiheba Mwana ein "bloßes" Tageszentrum zu machen. Nach der Besichtigung verstanden die Vertreter, dass eine totale Abschaffung solcher Zentren nicht in Frage kommt. Sie können zwar reduziert, jedoch nicht komplett abgeschafft werden. Es gibt nämlich zu viel Kinder, die entweder keine Eltern haben oder deren Eltern nicht in der Lage sind, für sie zu sorgen. Diese Kinder hätten ohne solche Zentren keine Zukunft.
Einen riesigen Erfolg erreichte das Zentrum letzte Woche, als es von der Regierung ein Zertifikat erhielt. Durch dieses wurde Wikwiheba Mwana einerseits als staatliche Einrichtung anerkannt, andererseits wurde dadurch die Zukunft des Zentrums sichergestellt. Das Zentrum kann nicht geschlossen werden, und das Angebot kann sogar erweitert werden. Das Zertifikat hat große Freude und Hoffnung ins Zentrum gebracht, obwohl es neue, herausfordernde Aufgaben mit sich bringt.


Zertifikat der Regierung 

Mama Kiki, die Gründerin des Zentrums, sprüht vor unglaublicher Kraft und neuen Ideen. Eine ihrer Ideen wäre z.B. die Eröffnung einer inklusiven Schule, damit die Kinder des Zentrums und der Dörfer zusammen lernen können. Dafür bräuchte sie allerdings die Erlaubnis des Bildungsministeriums.

Ein weiteres Projekt ist bereits im Gange:
Das Zentrum bietet betroffenen Familien die Hilfe einer Physiotherapeutin an. Diese besucht die Familien, arbeitet mit Kindern und vermittelt Eltern Übungen zur Steigerung der Beweglichkeit der Kinder. Mama Kiki würde diese Hilfe in der Zukunft gerne mehr Familien in mehr Dörfern anbieten.



Die Physiotherapeutin bei ihrer Arbeit
   
Das Zentrum steht vor einer neuen Phase, und wird wahrscheinlich einen Wandel sowie neue Herausforderungen erleben. Ich wünsche Wikwiheba Mwana zu dem 10. Geburtstag alles Gute für die nächsten Jahre sowie Segen und Energie für die so bedeutsame Arbeit!
Marie

 Kinder im Innenhof des Zentrums

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