Samstag, 25. Januar 2014

Ein Haus für die Mitarbeiter_innen

Seit ein paar Tagen ist es offiziell auch im Zentrum WIKIWHEBA MWANA möglich als Praktikant_in mit INGEAR mitzuarbeiten. Ich möchte deshalb gerne über ein paar Neuigkeiten berichten.

In den letzten Monaten waren wir viel im Dialog mit Mediatrice Mukasharangabo, der Leiterin des Zentrums, bezüglich der Betreuerinnen und Mitarbeiter_innen im Zentrum. Bislang lebten die meisten Betreuerinnen mit im Zentrum, schliefen zum Teil mit den Kindern in einem Zimmer, hatten quasi an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden Dienst. Oft waren sie unmotiviert und unaufmerksam, wenn es einzelnen Kindern nicht gut ging, wurde das schon mal übersehen.
Nachts war jeder und niemand zuständig. Verantwortungen wurden hin- und hergeschoben, die Kinder wurden morgens nicht pünktlich fertig um zur Schule zu gehen.
Da Mediatrice und ich sowohl die Gesundheit der Kinder als auch die der Mitarbeiter_innen gefährdet sahen, überlegten wir uns, wie wir die Situation verbessern könnten.

Nun haben wir uns auf diese Veränderungen geeinigt:
Zunächst hat Mediatrice ein Haus in der Nähe des Zentrums gemietet. Es kostet 30.000 FRW im Monat (ca. 35 Euro). Es gibt 4 Zimmer und soll zukünftig das „workers house“ sein. Viele der Mitarbeiter_innen kommen nicht aus Ngarama, können also nach der Arbeit nicht einfach nach Hause gehen und haben deshalb bisher im Zentrum gewohnt, es gab keine Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Jetzt sollen sie dort zusammen wohnen und wirklich nur zur Arbeit ins Zentrum kommen. Für die Nächte gibt es Dienstpläne, so dass immer zwei Betreuerinnen dort sind und jeweils eine halbe Nacht wach bleiben und aufmerksam für die Kinder da sind.
An der Miete für das Haus beteiligt sich jede_r mit 1500 FRW (ca. 2 Euro).

Die Mitarbeiter_innen haben sich sehr darüber gefreut und sind vor ein paar Tagen ins workers house eingezogen. Leider habe ich noch keine Bilder, da Mediatrice´s Kamera kaputt ist.

Die zweite Veränderung ist, dass die Mitarbeiter_innen einen Arbeitsvertrag bekommen. Er ist noch nicht ganz fertig, wir schicken unsere Entwürfe noch hin und her, die Mitarbeiter können sich einbringen, damit am Ende ein Vertrag entsteht, der für alle in Ordnung ist.

Mediatrice berichtet mir, dass sie bisher sehr zufrieden ist mit den Neuerungen, die Nächte sind organisierter und alle Mitarbeiter kommen morgens um 6 Uhr pünktlich zur Arbeit.


Leider gibt es auch unerfreuliche Nachrichten. Im November war eine Delegation der Regierung zu ihrer jährlichen Inspektion des Zentrums zu Besuch. Nach einer neuen Richtlinie dürfen in Zentren dieser Art nur entweder geistig oder körperlich beeinträchtigte Kinder betreut werden. Mediatrice musste alle Kinder mit körperlichen Behinderungen zu ihren Familien zurückschicken. Für einige ist das sehr dramatisch, weil sie dort zu weit von öffentlichen Schulen entfernt sind und keine Chance haben weiterhin zur Schule zu gehen. Mediatrice versucht diese Kinder auch weiterhin zu unterstützen, aber das ist bei schwierigen Familienverhältnissen oft nicht möglich.


Im Dezember waren auch Studierende der Universität zu Besuch um ein Praktikum zu absolvieren. Die Physiotherapiestudent_innen führten auch eine kleine Fortbildung für die Betreuerinnen und den Physiotherapeuten Patrick durch. Leider dauerte das Praktikum nur eine Woche.

Seit November gibt es wieder eine weltwärts-Freiwillige im Zentrum, die für ein Jahr bei der Betreuung der Kinder mithilft.





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