Sonntag, 27. November 2011

was bisher geschah...


Einige Bewohner des Zentrums mit der Leiterin Mediatrice (li) und den Betreuerinnen
 Seit inzwischen fast drei Monaten bin ich wieder zurück in Deutschland und möchte endlich ein paar Bilder vom Zentrum online stellen und zeigen, was INGEAR im Projekt in Ruanda zusammen mit der Projektleiterin Mediatrice im Zentrum WIKWIHEBA MWANA in den ersten neun Monaten der Zusammenarbeit geschafft hat. 

Kurz noch zu mir: ich, Katharina Huber, war von September 2010 bis September 2011 weltwärts-Freiwillige bei der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) in WIKWIHEBA MWANA handicapped children center. 
Seit Januar 2011 ist diese Einrichtung auch ein von INGEAR unterstütztes Projekt.







 Einiges hat sich in den letzten Monaten zusammen mit INGEAR bewegt:
Übernahme von „laufenden Kosten“

vier der sieben Betreuerinnen von li: Xavera, Verena, Valleria, Oliva
frisches Obst und Gemüse wird auf dem Markt gekauft
In den ersten Jahren seines Bestehens hatte das Zentrum massive Probleme die laufenden Kosten zu decken. Darunter fällt die Bezahlung der Betreuerinnen, Kosten für Nahrungsmittel, Medikamente und Fahrten zu Fachkliniken in der Hauptstadt. Seit Januar 2011 werden die Kosten für Nahrungsmittel und Löhne von INGEAR übernommen.







Für die Leitung des Zentrums bedeutet dies eine große Entlastung, denn die Betreuer können nun monatlich mit ihrem Lohn rechnen, die Kinder sind gesünder, da regelmäßig ausreichend gesundes und reichhaltiges Essen gereicht werden kann. 



Wiederaufnahme des Verkaufes von im Zentrum hergestelltem Kunsthandwerk
Als 2006 die Assoziation Wikwiheba Mwana gegründet wurde, wurde das Zentrum von privaten Spendern aus den Niederlanden finanziert. Da das nicht ausreichte, wurden eigene Finanzierungsquellen gesucht. Zum einen kamen Einnahmen aus einem Friseursalon der Leiterin des Zentrums und die Produktion von Kunsthandwerk. Hergestellt wurden die aus Fasern der Bananenstaude und des Zuckerrohres gewebten Gegenstände von Müttern, die ihre behinderten Kinder zu Hause versorgen. 
Die Mütter arbeiteten ehrenamtlich, das Geld kam der Vereinigung zu Gute. Auf indirektem Wege profitierten diese Arbeiterinnen wieder davon, wenn durch Wikwiheba Mwana Untersuchungen und medikamentöse Einstellungen in der neurologischen Klinik in Kigali organisiert, begleitet und finanziert wurden. Leider mussten die Arbeiten aber aufgrund des fehlenden Absatzmarktes wieder eingestellt werden.
Mediatrice (li.) die Leiterin des Zentrums, mit den Arbeiterinnen 


Ende 2010 konnte die Produktion allerdings wieder aufgenommen werden, da mit der Hilfe von InGeAr das Kunsthandwerk in Deutschland verkauft wurde. Jetzt bekommen die Arbeiterinnen einen kleinen, aber fairen Lohn und es bleibt ein kleiner Gewinn für die im Zentrum lebenden Kinder. Seit Dezember 2010 wurden bereits Waren im Wert von 2.500 Euro verkauft!


 

Kaufen kann man die Produkte:
-          bei Veranstaltungen von InGeAr
-          im Weltladen des Missionskreises Altötting e.V.
Papst-Benedikt-Platz 5
84503 Altötting
-          im Weltladen des Missionskreises Wurmannsquick
Simbacher Straße
84329 Wurmannsquick
-          Weltladen in der Emmauskirche
Lausitzer Platz 8a
10997 Berlin-Kreuzberg
-          Eine-Welt-Laden-Paulus
Pauluskirche-Zehlendorf, Kirchstraße 6
14163 Berlin

Fast alle Materialien für die Herstellung kommen aus der Umgebung des Dorfes und werden kostenfrei von Nachbarn, Freunden oder den Arbeiterinnen selber mitgebracht. Die restlichen benötigten Dinge wie Stoffe, Reisverschlüsse, Faden, usw. werden auf dem lokalen Märkten gekauft.


Einstellung neuer, zusätzlicher Arbeitskräfte

Vor allem im therapeutischen Bereich wurde im Zentrum sehr wenig gemacht, aus verschiedenen Gründen:
-          zunächst ist es wichtig, dass die Grundversorgung gesichert ist, d.h. Essen zubereiten und verteilen/füttern, auf die körperliche Hygiene der Kinder achten, die Räumlichkeiten der Einrichtung sauber halten, Begleitung einiger Kinder zur Schule
-          Fachkräfte wie Heilerziehungspfleger, Physiotherapeuten oder Erzieher gibt es noch sehr wenige in Rwanda
-          ausgebildete Fachkräfte müssen weitaus besser bezahlt werden als ungelernte Arbeiter und nehmen auch ungerne Arbeitsstellen weitab von größeren Städten an, wie das bei WIWIHEBA MWANA der Fall ist
Seit August bzw. September 2011 sind eine neue Betreuerin (die einen Kurs zur Betreuung behinderter Kinder absolviert hat) und eine Physiotherapeutin (die Tochter der Leiterin; sie kommt 2x pro Monat am Wochenende, um die Kinder zu behandeln und eine Betreuerin anzulernen mit den Kindern täglich Übungen zu machen) angestellt.

Anathalie, Betreuerin
Clementine, Physiotherapeutin



















Auch eine neue Freiwillige aus dem Freiwilligenprogramm weltwärts (www.weltwärts.de ) ist für ein Jahr vor Ort und hilft bei der Betreuung und Beschäftigung der Kinder mit.

Prothesenprojekt

Francois mit Prothesen, er ist beidseits operschenkelamputiert
Dank einer großzügigen Spende der Oswald-Stiftung aus Pfarrkirchen konnten einigen Kindern und Jugendlichen des Zentrums, sowie anderen körperlich behinderten Menschen in Rwanda neue Orthesen und Prothesen besorgt werden, um ihren Lebensalltag zu erleichtern.
Der erste Abschnitt ist bereits beendet, in dem sieben Betroffenen geholfen werden konnte. Mit dem zweiten Abschnitt wurde begonnen und zurzeit ist ein weiteres Kind in einer orthopädischen Kinderklinik zur Operation deformierter Knie.



 Gastgeschenke beim Besuch von INGEAR-Mitgleidern Barbara Graf und Andreas Huber

Im Juli 2011 waren Barbara Graf und Andreas Huber zu Besuch im Zentrum. Die Kinder haben sich riesig über viele mitgebrachte Spielsachen gefreut. Die Betreuerinnen freuten sich über neue Handtücher, Waschlappen und Isomatten. Alle Dinge wurden gesponsert von:
Familie Oswald, Raiffeisenbank Pfarrkirchen, Sparkasse Pfarrkirchen, Firma Pollozek, Intersport Eder Eggenfelden, Sportfreunde Zeilarn, Familie Huber.

finanzielle Unterstützung des Hausbaus

Die größte finanzielle Belastung für das Zentrum stellte in den letzten Monaten der Bau des Zentrums dar. In den ersten Jahren zog die gesamte Einrichtung von Miethaus zu Miethaus, musste diese immer wieder verlassen, die Häuser waren nie groß genug oder den Bedürfnissen der Kinder angepasst. 

Im Frühjahr 2010 konnte die Zentrumsleitung mithilfe einer großen Spende aus den Niederlanden einen Baugrund kaufen und mit dem Bau beginnen. Mittlerweile ist das Zentrum fast komplett fertig, was in dieser kurzen Zeit nur mit Spenden von INGEAR und aus der Pfarrgemeinde Zeilarn möglich war. Zuletzt wird eine versprochene große Spende aus der Patengemeinde des Dorfes in Belgien den Bau abschließen können.

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